So beugen Sie einer Sonnenallergie vor
Was ruft die Sonnenallergie hervor?
Meist (in 75 Prozent der Fälle) besteht eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber UVA-Strahlen, seltener ist es eine Überempfindlichkeit gegen UVB oder das sichtbare Licht.
Was passiert im Körper?
Durch die UVA Strahlen entstehen reaktive Sauerstoffverbindungen (Radikale). Diese Radikale reagieren mit biologisch relevanten Molekülen im Körper (z.B. Proteinen, DNA) und können diese dabei zerstören. Die normalen Schutzmechanismen gegen Radikale scheinen bei Menschen mit Sonnenallergie zu versagen. Dadurch kommt es zu überschießender Immunreaktion.
Häufigkeit
Jahreszeitliches Auftrete
Frühjahr bis Frühsommer, bei lichtentwöhnten Menschen auch später (Urlaub).
Symptome
Die Symptome einer Sonnenallergie zeigen sich bevorzugt an sonnenexponierten Hautpartien, die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind: Dekolltee, Schulter, Nacken, Arme, Handrücken, Gesicht.
Es handelt sich um stets mit starkem Juckreiz verbundene Hautrötungen, Bläschen oder Quaddeln.
Die genaue Lokalisation ist bei jeden Menschen unterschiedlich, bei einem Menschen tauchen die Hautirritationen aber jedes Jahr an den gleichen Stellen auf.
Die Symptome treten Stunden bis Tage nach der Sonnenexposition auf.
Tipps: So beugen Sie vor
Was tun, wenn eine Sonnenallergie auftritt?
Andere Photodermatosen (Lichtkrankheiten)
Polymorphe Lichtdermatose:
Die verbreitetste Sonnenallergie ist die so genannte polymorphe Lichtdermatose, die etwa zehn Prozent der Bevölkerung zu schaffen macht. Charakteristisch für die Erkrankung: Meist zu Beginn der Sonnensaison, oft schon im Frühling, tauchen einige Stunden nach dem Sonnenbad juckende Hautveränderungen an den sonnenentwöhnten Körperstellen auf. Bevorzugt machen sich die Knötchen, Bläschen oder auch Flecken am Dekollete, am Hals, an den Oberarmen und Schultern breit, manchmal ist sogar das Gesicht betroffen.
Weil die Krankheit so viele Erscheinungsformen hat, wird sie auch als polymorph, sprich vielgestaltig, bezeichnet. Bekannt ist mittlerweile, dass es sich bei dem Ausschlag meist um eine Reaktion der Haut auf die langwelligen UVA-Strahlen der Sonne handelt. Da diese Strahlen auch Fensterglas durchdringen können, ist es sogar denkbar, dass der Ausschlag nach einer längeren Autofahrt auf den Armen auftritt.
Mallorca-Akne:
Ein zweites bekanntes Krankheitsbild, bei dessen Entstehung die Sonne eine Hauptrolle spielt, ist die Mallorca-Akne, die tatsächlich nach der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen benannt wurde. Aus gutem Grund, denn auf Mallorca wurde die Krankheit zuerst beobachtet: Sonnenbadende Urlauber litten reihenweise unter akneartigen Hautveränderungen und Juckreiz. Auch heute noch werden vor allem sonnenhungrige Globetrotter in südlichen Gefilden von Mallorca-Akne geplagt. Betroffen sind vor allem Gesicht, Hals und Dekollete sowie der Oberarm und der Rücken.
Im Gegensatz zur polymorphen Lichtdermatose entsteht die Mallorca-Akne durch eine Wechselwirkung zwischen dem UV-Licht der Sonne und den Inhaltsstoffen der Kosmetika. Meist sind es fetthaltige Substanzen in Sonnencremes und Körperlotionen, die in Kombination mit der Sonne für den Ausschlag verantwortlich sind. Ein Umstieg auf fett- und emulgatorfreie Sonnenkosmetik hilft dem Betroffenen die Mallorca-Akne loszuwerden.
Photoallergische Reaktion:
Bei der photoallergischen Reaktion handelt es sich um eine echte Allergie, da das Immunsystem daran beteiligt ist. Unterschiedlichste Substanzen - von Duftstoffen in Kosmetika über chemische Lichtfilter im Sonnenschutz bis hin zu Medikamenten - können in Kombination mit Sonnenlicht zu einer allergischen Hautreaktion führen. Juckreiz, Bläschen, Rötung, nässende Hautstellen und Krustenbildung gehören zu den vielfältigen Symptomen, die oft erst viele Stunden nach dem Sonnenbad auftreten. Gut zu wissen: Nur bei Menschen mit allergischer "Veranlagung" kommt es zu einer photoallergischen Reaktion. Diese Erkrankung von einer polymorphen Lichtdermatose abzugrenzen, ist Aufgabe des Hautarztes.
Phototoxische Reaktion:
Bei der phototoxischen Reaktion wird die Haut direkt durch Stoffe gereizt, die unter dem Einfluss von Sonnenstrahlen "giftig" wirken können. Schon durch den Hautkontakt mit bestimmten Pflanzen - beispielsweise mit Bärenklau oder Wiesengras - kann es bei empfindlichen Zeitgenossen zu Hautrötungen, brennendem Juckreiz oder Schwellungen kommen. Die Symptome erinnern an einen heftigen Sonnenbrand. Möglich jedoch auch, dass sich Substanzen im Körper und Sonnenlicht nicht vertragen. "Giftig" reagiert die Haut häufig auf die Kombination aus bestimmten Medikamenten und UV-Strahlen.
Tipp:
Wer Medikamente wie beispielsweise Antibiotika oder Mittel gegen Diabetes, Rheuma, Bluthochdruck einnehmen muss, sollte sich vor dem Urlaub erkundigen, ob es zu photoallergischen oder phototoxischen Reaktionen kommen kann. Ein Blick im den Beipackzettel oder ein Beratungsgespräch in der Apotheke geben Aufschluss.