Krebs

Was ist Krebs? Krebs ist kein einheitliches Krankheitsbild. Hinter dem Begriff verbergen sich weit mehr als hundert verschiedene bösartige Erkrankungen. Krebs entsteht, wenn Zellen anfangen, sich unkontrolliert zu vermehren. Warum nun eine Zelle sich zur Krebszelle wandelt, kann im Einzelfall in der Regel nicht genau festgestellt werden. Wissenschaftlich ist geklärt, dass Krebs auf Schädigungen am oder im Erbgut zurückgeht. Dafür können viele Ursachen verantwortlich sein. Die Entstehung von Krebs kann durch unterschiedliche Faktoren gefördert werden: beispielsweise durch schädliche Stoffe wie Asbest, Inhaltsstoffe von Zigarettenrauch, andere Umweltfaktoren wie z. B. die UV-Strahlung, erhöhten Alkoholkonsum, einzelne Virusinfektionen, erbliche Faktoren.

Die Fehler in der Erbsubstanz (in den Genen) entstehen häufig auch "nur zufällig“, da bei jeder Zellteilung eine Verdopplung der Erbsubstanz und eine Verteilung auf die Tochterzellen stattfindet. Dabei kann es zu Mutationen kommen, die anschaulich als "Kopierfehler“ bezeichnet werden können. Eine einzelne Mutation ist in der Regel nicht ausschlaggebend, um eine gesunde Zelle in eine Krebszelle zu verwandeln. Durch eine Ansammlung von verschiedenen Veränderungen in der Zelle steigt das Entartungsrisiko. Der Körper schützt sich selbst vor der Krebsentstehung durch verschiedene Reparatursysteme, die auf der Zell- und Immunebene ablaufen. Erst wenn die Zellteilung nicht mehr reguliert ist, die Zelle "unsterblich“ wird und sich aus dem Gewebeverband ablöst, kann sich ein Tumor ausbilden, ungehindert wachsen und in andere Körperregionen weiter streuen (Metastasierung).

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für eine Krebsentstehung, da die Wahrscheinlichkeit für Kopierfehler oder andere Schädigungen der Erbinformation und deren Funktion mit mehr Lebensjahren zunimmt. Das mittlere Erkrankungsalter für eine Krebserkrankung liegt für Männer und Frauen bei 69 Jahren. Es gibt jedoch Krebsarten, die insbesondere jüngere Erwachsene betreffen. Dazu gehört beispielsweise der Hodenkrebs: Das mittlere Erkrankungsalter liegt hier bei 38 Jahren. Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 500 000 Menschen an Krebs (RKI 2015), rund 224 000 sterben jährlich daran (Destatis 2015). 1800 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren trifft jedes Jahr die Diagnose Krebs in Deutschland.

Bekannt ist auch, dass eine Infektion mit Hepatitis-B und Hepatitis-C-Viren, die eine Leberentzündung verursachen, das Auftreten von Leberkrebs begünstigen. Eine Genitalinfektion mit humanen Papillomviren (HPV) ist mitursächlich für das Auftreten von Gebärmutterhalskrebs.

Krebsvorbeugung

Auch wenn einzelne Krebsarten oder Krebserkrankungen ohne konkreten ursächlichen Zusammenhang auftreten, gibt es Möglichkeiten, das Krebsrisiko durch einen gesunden Lebensstil und Vermeidung von schädigenden Umweltfaktoren zu senken:

  • Verzicht auf erhöhten und regelmäßigen Alkoholkonsum (Alkohol erhöht das Risiko für Tumoren im Mund- und Rachenraum, Kehlkopf- und Speiseröhrenkrebs, Darm- und Brustkrebs).

  • Bewegungsförderung und sportliche Aktivitäten ausüben, Normalgewicht anstreben (Übergewicht begünstigt das Krebsrisiko).

  • Auf Rauchen verzichten und Passivrauchen vermeiden.

  • Schutz vor intensiver UV-Strahlung, vor allem für Kinder und Jugendliche, um das Hautkrebsrisiko zu vermindern (schützende Kleidung und Kopfbedeckung, Sonnenbrille zum Schutz vor Augenschäden, Vermeidung von Sonnenbrand durch Sonnencreme mit angepasstem Lichtschutzfaktor, Verzicht auf Solarien).

  • Gesunde Ernährung: der Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkorn und Hülsenfrüchten sollte einen größeren Anteil einnehmen als Fleisch, Wurst, Geräuchertes und Salzfleisch. Eine ausreichende Ballaststoffzufuhr ist wichtig.

  • Als präventive Maßnahme gilt auch die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV), um das Risiko für einen später auftretenden Gebärmutterhalskrebs zu senken. Die Impfung ist von der STIKO (Ständigen Impfkommission) als Stan-dardimpfung für Mädchen im Alter von 9-13 bzw. 9-14 Jahren empfohlen.
    (Aus www.krebsinformationsdienst.de und www.krebshilfe.de)

Krebsfrüherkennung

In Deutschland ist ein gesetzliches Programm zur Krebsfrüherkennung etabliert (im Sozialgesetzbuch/SGB V geregelt):

  • Zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist eine jährliche Genitaluntersuchung bei Frauen ab dem Alter von 20 Jahren festgelegt.

  • Zur Früherkennung von Brustkrebs ist bei Frauen ab dem Alter von 30 Jahren die jährliche Brustuntersuchung empfohlen. Im Alter von 50 bis 69 Jahren ist das Röntgen beider Brüste als Mammographie-Screening alle 2 Jahre gesetzlich verankert.

  • Das Hautkrebs-Screening ab dem Alter von 35 Jahren wird bei Männern und Frauen alle zwei Jahre zur Früherkennung des "schwarzen Hautkrebs“ (malignes Melanom) und des "weißen Hautkrebs“ (spinozelluläres Karzinom und Basalzellkarzinom) angeboten.

  • Zur Früherkennung von Darmkrebs ist in der Krebsfrüherkennungsrichtlinie bei Frauen und Männern jährlich im Alter von 50 bis 54 Jahren die

  • Dickdarm- und Rektumuntersuchung festgelegt. Ab dem Alter von 55 Jahren wird eine Darmspiegelung bei Frauen und Männern empfohlen (zwei Untersuchungen im Abstand von 10 Jahren).
    (Aus www.bundesgesundheitsministerium.de)

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie unter den rechts aufgelisteten Links zu verschiedenen Einrichtungen und bei lokalen Beratungsstellen.

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