Wunden

Dr. Peter Wirsing - Chefarzt der Sektion Phlebologie, Proktologie und Behandlungszentrum chronischer Wunden und Leiter des Wundzentrums Ostalb, Ostalb-Klinikum Aalen
Chefarzt Dr. Peter Wirsing

Moderne Behandlung chronischer Wunden im Netzwerk des Wundzentrums Ostalb

Hauptursachen für chronische Wunden sind Durchblutungsstörungen, Druck, Stoffwechselerkrankungen oder Infektionen.
Die chronische Wunde selbst ist allerdings lediglich das Symptom unterschiedlicher Grunderkrankungen wie arterielle Verschlusskrankheit, Diabetes mellitus, Nervenerkrankungen, Herzerkrankungen aller Art, Krampfadern, Thrombose einschließlich postthrombotischer Zustandsbilder. Das Symptom chronische Wunde wird erkannt, aber oft erfolgt nicht die  Feststellung der Ursache (Diagnose) und damit auch keine Mitbehandlung der Grunderkrankung(en).

Die zeitgemäße Wundbehandlung heute kennt über 1000 Produkte zur Wundversorgung und moderne Methoden wie die Vakuumversiegelung (VAC-Therapie) oder die wieder entdeckte Methode der Madentherapie („Biochirurgie“). Die moderne Versorgung chronischer Wunden kostet aber auch viel Geld, in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr ca. 4 Milliarden Euro. Ein Problem der modernen Wundversorgung ist damit der Spagat zwischen einem großen Angebot von Möglichkeiten der Wundbehandlung und den damit verbundenen Kosten und dies bei zunehmender Patientenzahl.

Die Frage nach der Koordination der Versorgung chronischer Wunden ist damit evident und kann am besten durch ein Wundzentrum gelöst werden.

Die Ziele  eines Wundzentrums sind die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten, die Verkürzung des Wundheilungsprozesses, die Erhöhung der Wundheilungsrate, die Steigerung der Versorgungsqualität und die Vergrößerung der Versorgungskontinuität. Hinzu kommt die Zusammenarbeit aller an der Behandlung Beteiligten zu verbessern und eine kontinuierliche Qualitätssicherung in der gesamten Organisation durchzuführen.
Weitere Ziele eines Wundzentrums sind die Koordination der Behandlung, der Aufbau und Betrieb eines Netzwerks, die Durchführung einer standardisierten Wundbehandlung und einer interdisziplinären Behandlung, die Selbstverständlichkeit: Diagnose vor Therapie und die Durchführung einer erfolgreichen Lokalbehandlung und gleichzeitige Mitbehandlung der Grunderkrankung der Patienten mit chronischen Wunden.

Das Wundzentrum Ostalb im Ostalb-Klinikum Aalen arbeitet in einem funktionierenden Netzwerk.
Dieses Netzwerk besteht aus dem Patienten, dem Hausarzt, niedergelassenen Fachärzten, dem Wundzentrum Ostalb, dem Ostalb-Klinikum Aalen, Homecare-Unternehmen, der Industrie, ambulanten Pflegediensten und Sozialstationen, Pflegeheimen und den Krankenkassen.

Der Weg des Patienten geht vom Hausarzt zum niedergelassenen Facharzt für Chirurgie, Innere oder Dermatologie („Facharztfilter“) und von dort per Facharzt-Überweisung ins Wundzentrum Ostalb.  Die Weiterbetreuung erfolgt wieder durch den jeweiligen Hausarzt oder Facharzt, der den Patienten eingewiesen hat. Meist wird gleichzeitig eine Betreuung des Patienten durch ambulante Dienste oder in einem Pflegeheim durchgeführt.

Im Wundzentrum Ostalb wird im Rahmen der „Wundsprechstunde“ die Anamnese und der Befund erhoben. Bei Erstvorstellung erfolgt ein bakteriologischer Abstrich aus der chronischen Wunde. Eine digitale Foto- und Wunddokumentation wird durchgeführt. Zur Abklärung und Diagnosestellung erfolgt bei der Erstvorstellung immer eine Farbdoppler-Duplex-Sonografie (Ultraschalluntersuchung) der Venen und Arterien. Gegebenenfalls werden weitere Untersuchungen wie z. B. Labor, Röntgen, Kernspin, Gewebsentnahme usw. angeordnet. Ein Plan zur weiteren ambulanten Behandlung ggf. für eine stationäre Aufnahme und Operation wird erstellt. Den Patienten wird immer eine dezidierte schriftliche Empfehlung zur ambulanten Weiterbehandlung mitgegeben.

Die ambulanten Pflegedienste / Pflegeheime versorgen die Wunde ambulant und führen eine eigene Foto- und Wunddokumentation in enger Rücksprache mit dem Wundzentrum Ostalb durch.

Neben dem Auf- und Ausbau ist vor allem aber auch die Pflege des Netzwerks wichtig. Dies geschieht durch die Darstellung des Nutzens mit Zufriedenheit der einweisenden Ärzte und der ambulanten und stationären Pflegedienste, durch Kommunikation im Rahmen eines regelmäßigen Austausches,  durch Qualitätszirkel und Veranstaltungen im Rahmen eines „Pflegeforums“ und letztendlich durch hohe Qualitätsanforderungen wie die qualifizierte Schulung der beteiligten Partner und die Evaluation der Ergebnisse.

Die Versorgung schlecht heilender Wunden wie Ulcus cruris, Dekubitus, diabetischer Fußulcera ist ein multifaktorielles und langwieriges Geschehen, welches Kompetenz, interdisziplinäre und intersektorale Zusammenarbeit sowie leistungsfähige Produkte für eine wirkungsvolle und wirtschaftliche Behandlung benötigt.

Unser Lösungsangebot hierzu ist das Wundzentrum Ostalb am Ostalb-Klinikum Aalen bei dem der Patient im Mittelpunkt steht.

Wir bieten eine interdisziplinäre Behandlung durch interne Partner im Ostalb-Klinikum wie den Abteilungen für Gefäßchirurgie, Radiologie, Innere Medizin I und II, Neurologie, Labor und Mirkobiologie, Physiotherapie, Psychosomatik und Schmerztherapie.
Wir bieten ein funktionierendes lokales Netzwerk durch lokale Partner in der Region wie Hausärzte, niedergelassene Fachärzte, Homecare-Unternehmer, ambulante Pflegedienste / Sozialstationen, Pflegeheime und  Krankenkassen.
Wir bieten einen überregionalen Erfahrungsaustausch hinsichtlich chronischer Wunden durch externe Partner zusammen geschlossen im Wundverbund Südwest e.V. (WVSW). Hier erfolgt eine enge Zusammenarbeit z.B. mit der Gefäßchirurgischen Klinik des Städtischen Klinikums Karlsruhe, der Praxis für plastische Chirurgie Dr. Ziegler in Stuttgart, der Universitätsklinik für Dermatologie Homburg/Saar, der Gefäßchirurgischen Abteilung des Klinikums Villingen/Schwenningen, der Klinik für Allgemein-, Gefäß- und Thoraxchirurgie des Klinikums Konstanz, dem Schwerpunkt für Gefäß- und Endovasculärchirurgie des  Klinikums der Universität Frankfurt usw.

Ein wichtiger Erfolgsfaktor eines Wundzentrums sind damit die richtigen Partnerschaften und Kooperationen.

Aufgrund der vorgenannten Aussagen sieht sich das Wundzentrum Ostalb   am Ostalb-Klinikum Aalen als Ansprechpartner für alle Patienten mit chronischen Wunden und als Wegweiser im Versorgungslabyrinth der Behandlung chronischer Wunden.

Das Wundzentrum Ostalb bildet sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal im Rahmen eines Praktikums zu „Wundmanagern“ aus.

Sprechstunde:

Wundsprechstunde im Rahmen des Wundzentrums Ostalb
Dienstag von 9 – 16 Uhr

Terminvereinbarung:
Sekretariat Dr. Wirsing Tel. 07361 – 55 1161

Quellenangabe: vom 21.11.2007
 Verfasser