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Wenn Medikamente auf Reisen gehen - Urlaubs-Tipps für chronisch Kranke

Wenn einer eine Reise tut, sollte er diese gut planen – das gilt vor allem für chronisch Kranke, die natürlich auch in den Ferien auf Medikamente angewiesen sind.
Ob Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma – chronische Erkrankungen sind meist kein Grund, auf Urlaub zu verzichten. Wohl aber Anlass, sich im Vorfeld gut zu informieren – nicht nur über Klima und hygienische Gegebenheiten am Ferienort, sondern auch über wichtige Aspekte bei der Mitnahme von Arzneimitteln. Ratsam ist es auf jeden Fall, dass sich chronisch Kranke vor der geplanten Reise rechtzeitig mit ihrem Arzt besprechen und ausreichend Medikamente
verordnen lassen.

Bei Flugreisen gilt: Auf der sicheren Seite sind Globetrotter, die Arzneien für zwei bis drei Tage als „Notfallpuffer“ im Handgepäck mitnehmen. Bei Reisen mit Zeitverschiebung sollten sich chronisch Kranke zudem bei ihrem behandelnden Arzt erkundigen, ob und wie sie die Einnahmezeiten und Medikamenten-Dosierungen anpassen müssen.

Das Klima an Bord eines Flugzeuges – es entspricht dem in circa 2.500 Metern Höhe bei einer Luftfeuchtigkeit von nur 20 Prozent – kann die Wirkung von Medikamenten verstärken. Flüge von mehr als zwei Stunden Dauer können zur Austrocknung von Schleimhäuten beziehungsweise zur Reizung der Haut führen. Insbesondere Hautallergiker und Asthmatiker sollten darum notwendige Medikamente wie etwa ein Asthma-Spray griffbereit im Handgepäck verstauen.
Grundsätzlich dürfen Flugpassagiere vom Arzt verschriebene Medikamente in einer Menge mitnehmen, die der Reisedauer angemessen ist. Für Aufenthalte bis zu 30 Tagen in Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens (zu denen fast alle europäischen Länder gehören) sollte der behandelnde Arzt jedes mitgeführte Arzneimittel in einem Medikamenten-Pass eintragen.

Wichtig ist dabei, dass der Name, die Zusammensetzung und die Dosierung der Arzneimittel aufgeführt werden. Diabetiker müssen zudem vermerken lassen, wenn sie während des Flugs Spritzen zur Insulin-Injektion benötigen. Menschen mit Diabetes sollten sich zudem einen international gültigen Diabetikerausweis ausstellen lassen und diesen im Flieger bei sich tragen. Und: Da Insulin
im Frachtraum des Flugzeugs gefrieren könnte, muss es in jedem Fall im Handgepäck transportiert werden.

Bescheinigung für Schmerzmittel
Starke Schmerzmittel oder Betäubungsmittel können Patienten in der Regel ebenfalls als persönlichen Bedarf mitnehmen. Für Aufenthalte in Mitgliedstaaten des Schengener Abkommens wird Reisende allerdings empfohlen, sich eine detaillierte Bescheinigung in Deutsch und Englisch vom Arzt zu besorgen. Aus dieser sollten die Einzel- und Tagesdosierungen, die Wirkstoffbezeichnung sowie die Dauer des Urlaubs hervorgehen. Die Bescheinigung sollte von der zuständigen obersten Landesgesundheitsbehörde oder einer von ihr beauftragten Stelle beglaubigt sein.

Vor Flugreisen in ein außereuropäisches Land sollten Patienten rechtzeitig bei der jeweiligen diplomatischen Vertretung erfragen, ob sie die benötigten Betäubungsmittel mitnehmen dürfen.

Tipps für den Sicherheitscheck
Vor dem Sicherheitscheck am Flughafen ist es ratsam, dass chronisch Kranke das Sicherheitspersonal auf etwaige medizinische Geräte hinweisen. Andernfalls kann die Steuerelektronik von Herzschrittmachern, implantierten oder am Körper getragenen Insulinpumpen, mobilen Dialyse-Einheiten oder anderen medizinischen Gerätschaften durch die Strahlung von Kontrollschranken oder Handkontrollgeräten gestört werden. Zudem sollten Reisende insbesondere
auf Flughäfen mit veralteten Einrichtungen zur Gepäckkontrolle darauf bestehen,
dass das Gepäck per Hand kontrolliert wird, da sonst medizinische Geräte wie
Blutzuckermessgeräte oder elektronische Blutdruckkontrollhilfen beschädigt werden könnten.

Auch gesunde Urlauber sollten eine Reiseapotheke haben
Eine gut sortierte Reiseapotheke erspart Touristen im Ausland viel Stress und garantiert, dass gewohnte Medikamente auch in üblicher Weise wirken und gut vertragen werden. Klar, dass Reisende bevorzugt Arzneimittel einpacken sollten, die sie von zu Hause kennen. Eine Beratung in der Apotheke hilft, das Richtige zu finden.

Das gehört in Ihre Reiseapotheke
Lassen Sie sich am besten in Ihrer Apotheke beraten, welche Medikamente Sie unbedingt mitnehmen sollten. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Mittel:
Auf keinen Fall dürfen fehlen: Fieberthermometer, Pinzette und Schere, Verbandszeug (Pflaster, Mullbinden), Desinfektionsmittel, Wund- und Heilsalbe,
Arzneimittel, die regelmäßig eingenommen werden müssen sowie Medikamente gegen
Reisekrankheit, Durchfall und Erbrechen, Verstopfung, Fieber und Schmerzen, Insektenstiche, Sonnenbrand undErkältungsbeschwerden.

Abhängig von den persönlichen gesundheitlichen Problemen und Risiken gehören ins Gepäck: Arzneimittel gegen Kreislaufprobleme, Schlafstörungen, Blähungen und Sodbrennen, Augenreizungen, Ohrenschmerzen, Sonnenallergie, Lippenherpes und Sportverletzungen.

Bei Tropenreisen sind eventuell erforderlich:
Malariamedikamente, Einmalspritzen und -kanülen, Präparate zur Wasserentkeimung.
Quellenangabe: Deutsches Grünes Kreuz - Ausgabe 05/2010