14.12.2017 Impfschutz für Asthmatiker wegen ihres erhöhten Infektionsrisikos besonders wichtig

Asthmatiker haben ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen, groß angelegten Studie aus Dänemark.

Asthmatiker haben ein erhöhtes Infektionsrisiko und sollten sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen lassen. Dazu raten die Lungenärzte der Deutschen Lungenstiftung e.V. in Hannover unter Berufung auf die Ergebnisse einer aktuellen, groß angelegten Studie aus Dänemark mit über 100.000 Teilnehmern, die über einen Zeitraum von durchschnittlich sechs Jahren beobachtet wurden (siehe Journal of Internal Medicine 2017, Band 282/3, Seite 254-267).
Dieser Studie zufolge haben Patienten mit Asthma – insbesondere wenn sie vor dem 50. Lebensjahr an Asthma erkranken – ein im Vergleich zu Menschen ohne allergische Erkrankungen um 44-65 % erhöhtes Risiko für Infektionen im Allgemeinen und ein um 99-144 % erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen im Besonderen. Das Risiko, wegen einer Infektion im Krankenhaus behandelt werden zu müssen, ist dabei für Patienten mit frühem Asthma (das vor dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wird) ähnlich hoch wie für Diabetiker. Auch das Risiko zu sterben ist durch Infektionen erhöht Infektionen stellen eine erhebliche gesundheitliche Bedrohung nicht nur für COPD-Patienten, sondern auch für Asthmatiker dar. "Insbesondere Atemwegsinfektionen sind die Hauptverursacher von akuten Verschlechterungsschüben (sog. Exazerbationen), in deren Verlauf Asthmatiker mit besonders schweren Asthmaanfällen rechnen müssen“, erläutert Prof. Adrian Gillissen, Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Lungenstiftung und Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin in der Ermstalklinik Reutlingen-Bad Urach.

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Quellenangabe: www.lungenaerzte-im-netz.de - 8.11.2017