Alkohol inzwischen das zweithöchste Gesundheitsrisiko

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichte kürzlich einen Bericht über weltweite Gesundheitsrisiken.
In dem "Global Health Risks"-Report wird bewertet, welche Krankheiten und Risiken für den Verlust beschwerdefreier Lebensjahre verantwortlich sind. Während Alkoholkonsum in hoch entwickelten Ländern (mit hohem Pro-Kopf-Einkommen) bislang stets auf dem dritten Rang zu finden war, belegt er nun Platz zwei - hinter dem alten und neuen Spitzenreiter Tabakkonsum. Im Klartext heißt das: Alkoholkonsum stellt nach Tabakkonsum das zweithöchste Risiko dar, zu erkranken und frühzeitig zu sterben.

Der Bericht der WHO ist - in englischer Sprache - unter der Internetadresse: abrufbar...

Pendler
Die Bahnzentralstelle gegen die Alkoholgefahren (BZAL) hat, kurz vor der Überleitung der BZAL-Aufgaben an die Stiftung Bahn-Sozialwerk zum 1. Januar 2010, einen weiteren Spielfilm zur Suchtprävention am Arbeitsplatz produziert. "Pendler" wurde, wie auch die vorige BZAL-Produktion "Crash", professionell und mit bekannten Schauspielern umgesetzt. Unsere Arbeitswelt ist komplizierter und fordernder geworden. Höchste berufliche Leistungen, Flexibilität und Mobilität werden nicht nur von Spitzenkräften erwartet. Das "Hin und Her" zwischen Familie und Arbeit, genannt "Wochenendpendeln", ist für viele zur Selbstverständlichkeit geworden. Dadurch entstehen zusätzlich Probleme, die Beschäftigte und Betriebe betreffen, Flucht in den Alkohol eingeschlossen. Der 34-Minuten-Spielfilm visualisiert den schleichenden Prozess vom "Spaß zum Suff" und eignet sich besonders zur Vorführung in Seminaren und bei Personalveranstaltungen. Gegen eine Versandkostenpauschale von 8,50 Euro kann die DVD unter brodd@dhs.de bestellt werden.

9. DHS-Sucht-Selbsthilfekonferenz 2010
Das Thema dieser Konferenz, die vom 23.-25. April 2010 in Erkner bei Berlin stattfindet, lautet: Von der Last zur Lust - Sucht-Selbsthilfe auf einem gesunden Weg. Damit greifen wir ein vernachlässigtes Thema von großer Bedeutung auf: Gesundheit. Menschen mit Suchterkrankung und ihre Angehörigen sind von Schädigungen der körperlichen, seelischen und geistigen Elemente ihrer Persönlichkeit samt ihrem sozialen Umfeld betroffen. Wir greifen dieses Thema mit Vorträgen und in Arbeitsgruppen auf. Das Ziel der Abstinenz ist Gesundheit. Die Überwindung der Sucht ist dazu ein erster Schritt. Wie es weitergeht, thematisiert die 9. Sucht-Selbsthilfekonferenz. Das ausführliche Programm finden Sie auf unserer Homepage:

http://www.dhs.de

DHS-Factsheets online
Zwei brandneue DHS Factsheets zu den Themen "Binge Drinking und Alkoholvergiftungen" sowie "Alkohol und Werbung" sind unter der Rubrik "Infomaterial" - "Factsheets" auf der Homepage der DHS verfügbar. Die Factsheets richten sich an Experten und Interessierte, an Entscheidungsträger/innen aus Politik, Wissenschaft und Praxis. Sie bieten einen Überblick zum jeweiligen Thema mit einer Fülle von Literaturangaben und Fundstellen zu Hintergrundinformationen im Internet. Sie schließen wie gewohnt mit einem Abschnitt zu Handlungsoptionen für Politik und Prävention ab. Die neuesten Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zu Krankenhausaufenthalten Jugendlicher aufgrund von Alkoholintoxikationen sowie die ab April 2010 gültigen Reglungen zu Produktplatzierungen verdeutlichen noch einmal eindringlich die Aktualität der Themen.
Unter dem folgenden Link befinden sich zu den Factsheets Fragebögen, die bequem und anonym online ausgefüllt werden können. Mit Ihrer Rückmeldung können Sie uns helfen, diese Informationsreihe weiter zu verbessern. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Weitere Infos hier...

Integration Suchtkranker ins Erwerbsleben
Ein Forschungsteam unter Leitung von Professor Dr. Dieter Henkel hat im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit "Ansätze guter Praxis zur Integration Suchtkranker ins Erwerbsleben im Rahmen des SGB II" erhoben. Die Integration in Erwerbstätigkeit ist aus Sicht der Grundsicherungsstellen für viele der Hilfebedürftigen mit Suchtproblemen unrealistisch. Arbeitsmarktpolitische Fördermaßnahmen berücksichtigen nicht in allen Grundsicherungsstellen die besonderen Bedarfe dieses Personenkreises. Aus Sicht der befragten Grundsicherungsstellen sind die entscheidenden Erfolgsfaktoren:

eine enge Kooperation mit der Suchtkrankenhilfe, ein breites Angebot flankierender und kurzfristig zur Verfügung stehender sozialer Dienste sowie gut qualifizierte Fachkräfte, die über ausreichend zeitliche Ressourcen verfügen. Den Erfolg messen sie nicht an der Integration in Arbeit, sondern daran, ob es gelingt, suchtkranke Kund/inn/en sozial zu stabilisieren und zu einer Inanspruchnahme weiter gehender Leistungen zu motivieren. Auch die Überwindung der Suchtkrankheit werten sie als Erfolg. Suchtberatungsstellen heben einhellig hervor, dass Vertraulichkeit eine der Grundbedingungen gelingender Beratung sei.

Den umfangreichen Endbericht können Sie abrufen unter:

REITOX-Bericht 2009 der DBDD ist online
Die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) - der nationale Knotenpunkt der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) - stellte den aktuellen Jahresbericht zur Drogensituation in Deutschland vor.

Der Bericht ist auf dem neuen Internetauftritt der DBDD (www.dbdd.de) verfügbar und unter der Rubrik Publikationen zum Download bereit:

Er beschreibt neue Entwicklungen, Trends und Hintergründe zu Schwerpunktthemen. So ist für Deutschland festzustellen, dass der Trend zum Cannabiskonsum vor allem bei Jugendlichen weiterhin rückläufig, die Nachfrage nach Beratung und Behandlung aber weiterhin hoch ist. Die Prävalenz von Kokainkonsum verbleibt in Deutschland - im Gegensatz zum derzeitigen EU-Trend - auf niedrigem Niveau. Während der Heroinkonsum bis vor einigen Jahren abnahm, lässt sich in Deutschland, wie in der EU, nun eine Stagnation feststellen. Das Durchschnittsalter der Opioidkonsumenten stieg seit 2002 von 29 auf 33 Jahre. Mit dem Heroinkonsum älterer Drogenkonsumenten befasst sich ein Sonderkapitel des diesjährigen Berichts. Ein weiteres Sonderkapitel beschreibt die Cannabismärkte und produktion in Deutschland.

Selber denken - Selber fühlen - Selber leben In der Ausgabe 11/2009 des Magazins "Gehirn & Geist" erschien ein Beitrag zum Thema Neuro-Enhancement (Galert et al.), der eines bemerkenswerten Gehirnes Geist entstammt. Zitat: "Wir vertreten die Ansicht, dass es keine überzeugenden grundsätzlichen Einwände gegen eine pharmazeutische Verbesserung des Gehirns oder der Psyche gibt, schließlich muss ein liberaler Verfassungsstaat jedem Einzelnen das Recht gewähren, dies für sich selbst zu entscheiden." Bereits heute verwenden nach einer Studie im Rahmen des DAK Gesundheitsreports etwa 2 Mio. Deutsche Neuro-Enhancement-Präparate, etwa um den bis ins extreme gestiegenen Anforderungen des Arbeitslebens noch gerecht werden zu können.

Die Autoren scheinen diese Entwicklung (Wenn die Realität nicht zu dir passt: Nimm eine Pille!) durchaus zu begrüßen und machen sich eher Gedanken über die Verteilungsgerechtigkeit.

Tendenz: "Smart-Drugs", "Happy-Pills" oder auch "Neurobooster" genannte Drogen für Alle. Massive Abhängigkeitsgefahren, emotionale Verflachung und seelische Verödung scheinen Experten für die MenschMaschine kein Thema. Die DHS ist alarmiert angesichts der zunehmenden Sorglosigkeit bei Konsumenten und einschlägigen Teilen des wissenschaftlichen Betriebs. Im besten Sinne konservativ, verurteilen wir jegliche Tendenz zur Vergabe von Suchtmitteln als Anpassungshelfer an kaum erträgliche Umstände. Wir werden daher einen unserer Arbeitsschwerpunkte ab dem kommenden Jahr dauerhaft dem Thema "Neuro Enhancement/Hirndoping" widmen. Den Beginn werden ein Memorandum und eine breit angelegte Medienkampagne machen. Sollten Sie Vorschläge für unser Kampagnenmotto haben, senden Sie diese gerne an brodd@dhs.de

Weitere Infos hier...

Zeitschriften SUCHT und RAUSCH
Seit Mitte der fünfziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts erschien die Zeitschrift "Sucht" (vormals "Suchtgefahren") im Neuland-Verlag. Im vergangenen Jahrzehnt wurde die Zeitschrift mit neuer Redaktion sehr eindeutig in Autoren- und angestrebter Leserschaft auf Sucht als Forschungsgegenstand ausgerichtet. Vor wenigen Wochen nun trennten sich die Wege von Zeitschrift und Verlag. "Sucht" erscheint künftig und wie gewohnt zwei monatlich im Hogrefe-Verlag.

Der Neuland-Verlag startet im kommenden Jahr neu mit der Zeitschrift "rausch - Das unabhängige Magazin für Suchtfragen". Auch "rausch" erscheint sechs Mal jährlich, ist aber anders als alle anderen in Deutschland relevanten Suchtzeitschriften, vollständig unabhängig von Aktionären, Verbänden oder "externen Interessen". Der vom Verlag formulierte Anspruch klingt so unbescheiden wie viel versprechend: Unkonventionell wie die frühe TAZ - kritisch wie die mittlere Konkret - chic wie Brand1 - gefährlich wie der Spiegel zur Zeit der gleichnamigen Affäre und wirtschaftlich erfolgreich wie der Stern vor den Hitler-Tagebüchern.
www.zeitschrift-rausch.de

Quellenangabe: www.dhs.de - Deutsche Haupstelle für Suchtfragen e.V.