Augenerkrankungen

Nehmen Sie alle Farben richtig wahr?:
Testen Sie es anhand einer 5- und einer 20-Cent-Münze. Können Sie beide farblich unterscheiden? Wenn nicht, leiden Sie unter Umständen an Rot-Grün-Blindheit. Welche Krankheiten das Augenlicht bedrohen und welche Möglichkeiten der Behandlung es gibt, erfahren Sie im nachfolgenden Text.

Grüner Star

Von einem Glaukom, auch als Grüner Star bezeichnet, spricht man, wenn sich Flüssigkeit im Auge staut und somit der Druck steigt. Dies schadet besonders der Sehnervenscheibe. Millionen von Nervenfasern laufen hier zusammen. Erst wenn 30 bis 40 Prozent abgestorben sind – das im so genannten Offenwinkelglaukom ohne Symptome abläuft – gehen Teile des Gesichtsfeldes verloren.

ohne Behandlung droht Blindheit

Ein akutes Glaukom bereitet extreme Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Je eher ein Notarzt vor Ort ist, umso besser. Ohne Behandlung führen beide Formen zur Blindheit. Wirkstoffe gegen den hohen Druck verbessern den Abfluss oder senken die Produktion von Augenflüssigkeit. Da Arzneistoffe gegen ein Glaukom zum Teil im ganzen Körper wirken, muss der behandelnde Arzt wissen, welche Medikamente ein Patient noch einnimmt. So lassen sich Wechselwirkungen vermeiden. Auch die Operation kann helfen – oft unter Einsatz moderner Laser.

Grauer Star

Beim Grauen Star trübt sich die Augenlinse, die Welt wirkt wie durch einen Schleier betrachtet. Mit einer Operation unter örtlicher Betäubung tauscht der Arzt die angeschlagene gegen eine künstliche Linse aus. Bereits einen Tag nach dem Eingriff können viele Patienten wieder gut sehen. Wer Sehfehler hat, kann sich die Kunstlinse so schleifen lassen, dass der Sehfehler behoben und eine Brille unnötig wird. Mehr als 90 Prozent der Operierten sehen nach dem Eingriff wieder deutlich besser.

Lichtreize werden zu Bildern

Die Sehzellen, die Stäbchen und Zäpfchen, wandeln in der Netzhaut Lichtreize in Nervensignale um. Das Gehirn setzt daraus das Bild zusammensetzen. Die Stäbchen am Rande der Netzhaut ermöglichen, im Dunklen zu sehen. Zäpfchen hingegen verantworten das Farb- und Scharfsehen.

veränderte Netzhaut

Alterungsprozesse können die Makula, den mit Zäpfchen besetzten Ort des schärfsten Sehens in der Mitte der Netzhaut, zerstören. Man spricht von einer altersabhängigen Makuladegeneration (AMD). Forscher vermuten die Ursache im schlechteren Abtransport von Stoffwechselabfällen. Bluthochdruck sowie Rauchen fördern diesen Vorgang. Dem Betroffenen erscheinen gerade Linien verbogen, Farben verblassen, Texte verschwimmen vor den Augen, und das Zentrum des Gesichtsfeldes erscheint als schattiger Fleck oder leer.

Trockene und feuchte Degeneration

Mit den Randbereichen der Netzhaut sieht man dann nur noch scharf. Die AMD führt nicht zur Blindheit, auch bei einem Totalausfall der Makula kann man sich im Alltag noch zurechtfinden. Ärzte unterscheiden eine langsam voranschreitende AMD – die trockene Form – von der feuchten Variante, die die Makula rasch beschädigt bis zerstört. Hier wachsen labile Gefäße unter der Netzhaut, die auf die Sinneszellen drücken oder diese ausbluten. Sinneszellen werden dann durch Narben ersetzt. Die trockene AMD kann zum Stillstand kommen, so dass Teile der Makula weiter funktionieren.

Die beste Prophylaxe

Krankheiten wie die Zuckerkrankheit oder Bluthochdruck beschädigen die Netzhaut mittelfristig massiv. Dies kann bis zur Erblindung führen. Wuchernde Blutgefäße zu veröden oder Löcher in der Netzhaut zu beseitigen, kann nur mit dem Einsatz von Lasern funktionieren. Löst sich die Netzhaut in großen Teilen von der darunter liegenden Pigmentschicht, ist nur noch eine Operation die Lösung. Die beste Prophylaxe ist daher, möglichst normnahe Blutdruck- und Blutzuckerwerte und Kontrollen des Augenhintergrundes durch den Facharzt bei weitgetropften Augen mindestens einmal im Jahr.

Ursache zuerst erkennen

Das Auge wird dank Lidern, Tränen, Wimpern und Bindehaut vor äußeren Einflüssen geschützt. Das greift jedoch nicht immer, denn das Auge kann sich entzünden. Die Bindehaut entzündet sich, das Auge wird rot, es brennt, juckt und tränt. Nicht nur Zugluft oder Staub reizen das Auge, auch Pollen, Viren, Bakterien oder gar ein Glaukom können die Beschwerden auslösen. Ein Mangel an Tränenflüssigkeit kann außerdem schlimme Krankheiten wie Diabetes oder hormonelle Störungen zu Grunde liegen. Deshalb ist wichtig: Vor jeder Selbstmedikation immer erst beim Facharzt die Ursache für Beschwerden untersuchen und abklären lassen.

Nachts im dunkeln

Auch für Menschen, die in der Dämmerung und in der Nacht schlecht sehen, sollten Ihre Augen vom Facharzt untersuchen lassen. Bei schlechtem Dämmerungssehen kann man speziell durch die regelmäßige Einnahme von Präparaten das sehen verbessern und die Anthocyane enthalten.

 

Sehen im Alter

Ab dem 50. Lebensjahr können die meisten Menschen Kleingedrucktes nur noch mit weit ausgestreckten Armen lesen. Ebenso ein normaler Prozess, der wie ein schlechteres Dämmerungssehen und erhöhte Blendempfindlichkeit auf das Altern zurückzuführen ist. Ein Kleinkind kann Dinge, die sich sechs Zentimeter vor den Augen befinden, scharf und klar sehen. Ein 30-Jähriger benötigt hierbei schon etwa 15 Zentimeter, ein 50-Jähriger bereits 40 Zentimeter. Das Lesen wird im Alter beschwerlich, es reichen auch die längsten Arme nicht mehr, um ein Buch in der nötigen Distanz zu halten: Die Fähigkeit der Augen, Dinge in nächster Nähe scharf zu sehen, hat sehr abgenommen. Hier sprechen Fachleute von Altersweitsichtigkeit oder Presbyopie.

Die Lesebrille - eine scharfe Sache

Die Linse im Auge übernimmt die Feineinstellung für das scharfe Sehen aus verschiedenen Entfernungen. Der Muskelring ist wie ein Boden eines Trampolins, dem Ziliarmuskel, hinter der Pupille aufgespannt. Die sogenannten Linsenfasern verknüpfen den Ring mit der Linse. Fällt der Blick auf einen nahe gelegenen Gegenstand, zieht sich der Ziliarmuskel zusammen: Der Zug der Linsenfasern auf die Linse verringert sich, und diese kann sich stärker wölben. Je kugeliger die Linse ist, desto besser kann sie sich auf nahe Gegenstände einstellen. Im Alter lässt die Elastizität der Fasern und der Linse allerdings nach, so rückt der Nahpunkt immer weiter vom Auge weg. Die beste Korrektur der Altersweitsichtigkeit ist eine Nahbrille. Die Gläser sammeln die Lichtstrahlen der betroffenen Gegenstände und gleichen den Schärfeverlust aus.

Auf dem Trockenen

Ältere Menschen klagen manchmal über ständig tränende, brennende Augen und sind verwundert, wenn der Facharzt die Diagnose "Trockenes Auge" stellt. Die Tränenproduktion kann im Alter nachlassen und somit kann der Tränenfilm sich anders zusammensetzen. Tränen bestehen nicht nur aus purem Wasser, sondern aus drei Komponenten: einer Schleimschicht, einer wässrigen und einer fetthaltigen Lage. Die Schleimschicht gleicht Unebenheiten der Augen-Oberfläche aus und sorgt dafür, dass die wässrige auf dem Auge haften bleibt. Die fetthaltige Schicht schützt die wässrige vor Verdunstung und vor dem Auslaufen aus dem Auge.

Künstliche Tränen schaden nicht

Überwiegt der wässrige Anteil und fehlt der fetthaltige, kommt es zum ständigen Auslaufen von Tränen aus dem Auge. Das Auge kann austrocknen und gereizt werden. Möglichst dickflüssige Tränenersatzmittel, die es rezeptfrei in der Apotheke gibt, gleichen den Tränenfilm aus. Sie gleiten und haften gut auf dem Auge, beeinträchtigen die Sehfähigkeit aber nicht. Bei Bedarf können künstliche Tränen ohne Bedenken halbstündlich ins Auge getropft werden.

Nachts ist alles grau

Ab dem 40. Lebensjahr kommt es bei allen Menschen zu einer zunehmenden Verringerung der Sehschärfe bei Dämmerung und in der Nacht. Zwischen 50 und 59 Jahren sind bereits 11,5 Prozent aller Verkehrsteilnehmer unfähig, nachts ein Auto zu steuern. Im Alter verliert die Pupille die Fähigkeit, sich weit zu öffnen. Weniger Licht erreicht die empfindlichen Zellen der Netzhaut. Außerdem ist das Auge nicht mehr so klar und rein wie im frühen Alter. Einlagerungen in Linse und Glaskörper streuen das Licht, und man fühlt sich oft stärker geblendet. Gegenstände auf der Fahrbahn werden deshalb oft erst wesentlich später erkannt. Bei einem ärztlichen Autofahrer-Sehtest werden alle wichtigen Funktionen des Auges, auch das Dämmerungssehen, überprüft.

Obst und Gemüse hilft

Manchmal steckt ein Vitamin-A-Mangel hinter den Schwierigkeiten beim Dämmerungssehen. Nur wenn die Sehzellen ausreichend mit diesem Vitamin versorgt sind, können sie Lichtreize an das Gehirn weitergeben. Die Einnahme von Betacaroten, einer Vorstufe des Vitamins, und von Anthocyanen, die aus dem Farbstoff der Heidelbeere gewonnen werden, kann das Sehen in der Nacht und die Blendempfindlichkeit verbessern.

Wichtig - lassen Sie Ihre Augen untersuchen!

Vorsorgliche Untersuchungen beim Augenarzt sind für alle Menschen spätestens ab dem 40. Lebensjahr wichtig. So können Augenerkrankungen wie der Grüne Star rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Auch diese Erkrankung kann hinter schlechtem Dämmerungssehen stecken.