Tiefe Beinvenenthrombose / Phlebothrombose

Ist ein Bein schmerzhaft angeschwollen und gerötet, dann besteht der Verdacht auf eine Thrombose. Häufig beginnen die Beschwerden mit einem zunehmenden Spannungsgefühl in der Wade. Thrombosen entstehen durch den Verschluss einer Beinvene durch ein Blutgerinnsel.

Wer ist gefährdet?
Ein hohes Risiko haben Immobilisierte, d.h. bettlägrige Patienten, Patienten mit Gipsverbänden und Patienten nach Operationen. Langes Sitzen im Flugzeug oder Auto mit Abknicken der Venen im Kniegelenk führt zur Verlangsamung des Blutflusses, was die Gerinnselbildung fördert.
Die Einnahme von Hormonpräparaten (z.B. Pille) und Rauchen erhöht das Thromboserisiko, ebenso Übergewicht oder eine Tumorerkrankung.
Es gibt angeborene Störungen der Blutgerinnung, die die Entstehung einer Thrombose begünstigen können.

Ist eine Thrombose gefährlich?
Gefährlich wird eine Thrombose dann, wenn sich das Gerinnsel (vor allem bei Oberschenkel- und Beckenvenenthrombosen) löst, mit dem Blutstrom in die Lungenstrombahn fließt und dort ein Gefäß verschließt. Man spricht dann von einer Lungenembolie. Zeichen einer Lungenembolie sind: Luftnot, Husten, Brustschmerz, in schweren Fällen (großes Gerinnsel) Bewusstlosigkeit und Schock bis zum Herzkreislaufstillstand.

Wie wird die Diagnose gestellt?
Den Verdacht auf eine Thrombose kann Ihr Hausarzt durch eine körperliche Untersuchung und ggf. einen Blut-Schnelltest (D-Dimere) stellen. Die Sicherung der Diagnose und Bestimmung der Ausdehnung erfolgt durch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel (Phlebographie).

Wie sieht die Behandlung aus?
Meistens kann eine Thrombose heute ambulant behandelt werden, häufig ist keine Ruhigstellung notwendig.

An erster Stelle steht die Therapie mit gerinnungshemmenden Substanzen.
Sofort nach der Diagnose beginnt man mit Heparin, das gespritzt werden muss. Patient oder Angehörige können lernen, die Injektionen unter die Haut selbst durchzuführen. Wenn keine Gründe dagegen sprechen, wird dann überlappend die "blutverdünnende“ Behandlung mit Marcumar angeschlossen, die je nach Ursache der Thrombose für 3 oder 6 Monate oder aber lebenslang fortgesetzt wird.

Eine Kompressionsbehandlung mit einem speziell angepassten Strumpf verhindert die Spätfolge postthrombotisches Syndrom. Dieses geht mit einer Fehlfunktion der Venenklappen einher und führt zu Spannungsgefühl und Beinschmerzen nach längerem Stehen, Schwellungen der Beine sowie zu Hautveränderungen bis hin zu offenen Hautgeschwüren im Bereich der Unterschenkel.

Wie kann ich vorbeugen?
In Hoch-Risiko-Situationen wird vorbeugend Heparin gegeben, z.B. nach einer Operation.
Ebenso verhindert eine frühe Mobilisierung Thrombosen.
Auf Langstreckenflügen ist es empfehlenswert, die Muskelpumpe der Unterschenkel zu
aktivieren, indem Sie Kompressionsstrümpfe tragen bzw. im Sitzen Anspannungsübungen
der Waden- und Oberschenkelmuskulatur (isometrisches Muskeltraining) machen.

Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist zu achten.
In speziellen Fällen (wenn noch weitere Risikofaktoren vorliegen) kann es sinnvoll sein,
eine Prophylaxe mit Heparin durchzuführen. Dazu kann Ihr Hausarzt Sie beraten.